Unsere Unternehmensberatung für gemeinnützigen Einrichtungen vereint ethische und betriebswirtschaftliche Anforderungen und ist nicht vergleichbar mit der Beratung für gewinnmaximierende Unternehmen.
Wir bieten Ihnen nicht nur externe Beratung, sondern unterstützen Sie auch als Interims-Manager bei der Geschäftsführung.
Non-Profit Unternehmen befinden sich täglich im Spannungsfeld zwischen ethischen Ansprüchen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen.
Wir unterstützen Sie bei Ihren organisatorischen Überlegungen und überbrücken Personalvakanzen im Geschäftsführungsbereich, stellen gezielte Fragen, die dann gemeinsam mit Ihnen zu effektiven Antworten führen. Wir sprechen „Ihre Sprache“ und grenzen uns bewußt – durch Unkompliziertheit, Freude am Spannungsfeld Gemeinnützigkeit und Praxisnähe- von anderen Beratungsunternehmen ab.

Wöchentlich teilen wir mit Ihnen unsere Erfahrungen oder Fragen zu spezifischen Themen in den Bereichen Krankenhaus und Gemeinnützigkeit und laden Sie zur Diskussion ein.
Überzeugen Sie sich selbst und sprechen Sie uns an…

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Welche gesellschafts- und gesundheitspolitischen Folgen hat die Neue Zwei-Klassen-Medizin, die die ländliche Versorgung opfert zugunsten vermeintlicher Qualitäts- und Kostensynergien?

Zum Hintergrund: Mit dem Krankenhausstrukturgesetz aus 12/2015 wird der (nach wie vor gesetzlich undefinierte) Begriff der „Qualität“ in die Krankenhausfinanzierung eingeführt. Mangelnde Qualität wird mit Preiskürzung oder Krankenhausschließung bestraft.

Eine Art der Qualitätsdefinition wird im Gesundheitswesen bereits breit akzeptiert, obwohl sich in der Literatur wie auch in der aktuellen Studie der Bertelsmannstiftung kein statistischer Beweis für die Richtigkeit der These findet (evidenzbasierte Beobachtungen werden als hinreichende Bedingung angeführt) : je öfter eine Behandlung/Operation durchgeführt wird, desto besser ist deren Qualität.

Aus dieser Korrelation wird dann abgeleitet: Krankenhäuser müssen sich spezialisieren, Krankenhäuser auf dem Land ohne Spezialisierung müssen schließen, Krankenhäuser müssen mindestens eine definierte Anzahl von Operation erbringen, Krankenhäuser unterhalb dieser Mindestmenge dürfen die Leistung überhaupt nicht erbringen.

Was könnte passieren? Die Konzentration von Krankenhäusern wird zunehmen, Krankenhäuser auf dem Land werden noch häufiger als jetzt unrentabel und schließen, die Flächenversorgung ist nicht mehr gegeben, wohnortnahe Versorgung entfällt in vielen Gebieten Deutschlands.

Damit haben wir keine „gleichwertigen Lebensverhältnisse“ mehr gem. Art. 72 GG.

Menschen in ländlichen Gebieten müssen weite Wege auf sich nehmen, um das nächste Krankenhaus zu erreichen.

Was, wenn kein Auto zur Verfügung steht oder aufgrund des Alters eine Wegstrecke nicht mehr zu bewältigen ist?

Was, wenn in diesen Gebieten auch bereits die Zugstrecke eingestellt wurde und der Bus nur zweimal am Tag fährt?

Was, wenn Angehörigen, deren Besuch massiv zur Heilung beiträgt, nicht mehr regelmäßig kurz vorbeischauen können, weil das Krankenhaus zu weit entfernt liegt?

Was, wenn die weite Entfernung eine Patientin zwingt, einem geplantem Kaiserschnitt zuzustimmen, weil der Weg eine natürliche Geburt nicht zulässt?

Was, wenn nach der Entlassung die Nachsorge nicht geregelt ist, weil weder ein Hausarzt in der Nähe praktiziert noch der Weg ins Krankenhaus möglich ist?

Was, wenn der Rettungsdienst erst innerhalb von 17 Minuten statt in 5 Minuten an der Unfallstelle eintrifft, wo die Überlebenschancen mit jeder Minute sinken?

All diese Fragen kennt ein Patient im Ballungsgebiet nicht.

Er wählt ein Krankenhaus. Er erreicht es innerhalb von Minuten. Seine Angehörigen kommen täglich kurz vorbei. Nach der Entlassung geht er fußläufig zur Nachsorge.

Es entsteht eine zwei-Klassenmedizin: sage mir, wo Du wohnst und ich sage Dir, welche Überlebenschancen Du hast!

Wollen wir in Deutschland wirklich eine solche Versorgungsstruktur ausbauen? Wollen wir wirklich in weniger dicht besiedelten Gebieten nach der öffentlichen Nahversorgung und der Lebensmittelversorgung, der Bildungsversorgung nun auch noch die Gesundheitsversorgung kappen? Wollen wir wirklich Deutschland in zwei Teile teilen?

Gesundheitsversorgung ist ein öffentliches Gut, für dessen gleichverteiltes Angebot der Staat Sorge zu tragen hat. Möchte er sich daraus zurückziehen, dann sollte das transparent durch ein neues gesundheitspolitisches Konzept erfolgen und nicht still durch die Hintertür auf Kosten der Patienten.

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Mortalität und Menge: eine hinreichende QualitätsKorrelation?

Dezember 12, 2016

Obwohl die Korrelation zwischen Rückkehr der Störche im Mai und Anzahl der Geburten durchaus hinreichend gezeigt werden kann, bringt dennoch nicht der Storch die Kinder. Das ist bitter, aber wahr. Bei einfachen 2er-Korrelationen hinterfrage ich daher regelmäßig, ob auch tatsächlich ein Sachzusammenhang besteht. Besonders, wenn aus einem vermeintlichen Zusammenhang politisch, strategische Entscheidungen abgeleitet werden, die, […]

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Elektronische Krankenakte kostet zuviel Zeit

Oktober 13, 2016

Eine am Dienstag veröffentlichte Studie im Annals of Internal Medicine zeigt deutlich, dass Ärzte am Tag mehr Zeit mit tippen, erfassen, administrieren, drucken verwenden als mit der Patientenbehandlung. Eine elektronische Patientenakte, die mehr Zeit verschlingt als sie an spürbarem Nutzen bringt, taugt nicht. Ein Krankenhausinformationssystem, das mehr Daten begräbt als es systemverbessernde Auswertungen liefert, ist […]

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Ökonomie ist unethisch: Quatsch!

August 30, 2016

„Die Verwaltung“ sei immer an allem Schuld, besonders an der Ökonomisierung. Sie gehe pünktlich um vier nach Hause, kritisiere immer nur herum, missgönne dem heilenden und lebensrettenden Arzt seinen eigenen Füllfederhalter und spare dann auch noch das Krankenhaus kaputt. Soweit die Persiflage. Ärzte setzen jedoch leider häufig aus ihrer Erfahrung mit den kaufmännischen Abteilungen Ökonomisierung […]

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Strategische Förderung von Oberärzten?

Juni 17, 2016

Der Personalentwicklung von Oberärzten im Krankenhaus fehlt es häufig an Strategie und Förderung. Als Krankenhausleitung fällt mir dieser Mangel immer wieder auf und ich sehe besonders im Bereich der immer jünger werdenden Oberärzte Handlungsbedarf. Diesen Ärzten soll zwischen operativem Geschäft und Mitarbeiterführung, zwischen Assistenzarzt und Chefarzt, zwischen Ethik und Betriebswirtschaft, die Quadratur des Kreises gelingen, […]

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Sind Krankenhäuser für ausländische Investoren interessant?

Juni 13, 2016

Wann werden ausländische Investoren auch die lukrative Krankenhauslandschaft entdecken? Ich beobachte eine bestimmte Entwicklung mit Sorge. Einige Investoren scheinen eine besondere Nische bei Investionen mit öffentlichem Mittelzuschuß gefunden zu haben. Der WCCB-Skandal in Bonn und nun auch der Verkauf des Flughafen Hahn zeigen in diese Richtung. Und es ist eigentlich ganz einfach: Nehmen wir an, […]

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Wie mobil kann stationäre Versorgung sein?

März 31, 2016

„Geht ein Patient zum Arzt…“, so beginnen gefühlt 100% aller Witze zur ärztlichen Versorgung in Deutschland. An diesen Ablauf haben wir uns so gewöhnt, dass er wie selbstverständlich bis in unserem Humor Einzug genommen hat. Von je her geht der Patient zum Aderlass, zum Medicus, zum Wundarzt, zum Doktor, ins Krankenhaus. Die medizinische Versorgung ruht […]

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Kommt das Krankenhaus ins Altenheim…

Februar 3, 2016

Warum belasten wir den dementen Patienten mit einen Krankenhausaufenthalt? Weder die Krankenhausabläufe noch die Demenz sind auf eine solche Behandlung vorbereitet. Warum drehen wir den Spieß nicht um und bringen das Krankenhaus ins Seniorenheim? Dort wird der Bewohner vor Ort in seiner gewohnten Umgebung versorgt. Ein mobiles Einsatzteam des Krankenhauses steht im stetigen Kontakt mit […]

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Personalreduzierung mit schlechtem Beigeschmack

Januar 18, 2016

Wir hören „Personalreduzierung“… und sofort übersteuert der Bauch das Hirn und brüllt:“Ausbeutung, Kapitalisten, Überlastung!“ Aber ist dem auch so? Bedeutet jede Personalreduzierung automatisch eine Verschlechterung für die Mitarbeiter? Meiner Meinung nach NEIN. Wir sind allerdings medial so konditioniert, dass wir bei bestimmten Begriffen nicht mehr rational denken können. Personalreduzierung ist per se schlecht. Doch gerade […]

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Einkäufer vom Kostendruck getrieben

Dezember 17, 2015

„Das billigste Produkt wird am Ende das teuerste sein.“ Die Schnäppchenjäger im Einkauf sind am Ende, so das Fazit des 7. Beschaffungskongresses in Berlin. Sie fühlen sich unter Druck und können den Forderungen ihrer Geschäftsführer nach weiteren Einsparungen im Sachkostenbereich nicht mehr nachkommen. Die Zeit des Geizes scheint an ihren Grenzen angekommen zu sein. Der […]

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